Einfache Standard Zuchtanleitung für „annuelle“ Killifische – Kapitel 4: Haltung & Zucht


Kapitel 4: Haltung und Zucht: Wie züchtet man denn nun die Annuellen Killies?

Das ist eigentlich denkbar einfach, wenn man sich für unproblematische Arten entschieden hat. Für die kleinen Arten wie Austrolebias reicht ein 12L Becken für ein Paar oder Trio völlig aus. Setzt man eine Gruppe zur Zucht an oder große Fische wie Austrofundulus, sollte man natürlich ein größeres Becken nehmen. Wenn man häufige Wasserwechsel macht (mindestens wöchentlich) kann auf einen Filter verzichtet werden, wenn man nicht zuviel füttert. Auch eine Heizung ist für viele Arten nicht notwendig, Austrolebias, Hypsolebias und Nematolebias lassen sich wunderbar bei Zimmertemperatur oder sogar darunter nachziehen, tatsächlich altern viele der Fische bei höheren Temperaturen auch sehr schnell. Manche Arten wie Simpsonichthys, Rachovia, Austrofundulus brauchen jedoch etwas höhere Temperaturen, aber 23-24 Grad sollten meistens ausreichend sein.

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Wer nicht ganz so oft Wasser wechseln möchte oder sich für eine empfindlichere Art entschieden hat, sollte einen Schwammfilter installieren. Von allen motorbetriebenen Filtern ist jedoch wegen der Strömungsentwicklung abzuraten. Strömung mögen die Fische nicht.

Ich selber habe in den Zuchtbecken überhaupt keinen Bodengrund und Pflanzen nur schwimmend bzw. treibend. Dadurch kann ich die Becken viel besser sauber halten und den Fischen ist es eigentlich egal wie es aussieht, solange etwas Deckung vorhanden ist.

Einziger „Einrichtungsgegenstand“ ist der Ablaichbehälter, der je nach Fischart eher hoch (Bodentaucher) oder flächig (Bodenlaicher) sein sollte. Viele der südamerikanischen Annuellen tauchen zum Ablaichen komplett in den Boden ein, daher sollte das Ablaichsubstrat in eine Höhe vorhanden sein, die der Länge des Fisches entspricht. Andere legen die Eier nur auf oder in die oberste Schicht (Austrofundulus, Campellolebias oder die afrikanischen Nothobranchius). Im Bild oben sieht man zwei praktische Behälter, einen eher hohen Becher, oder eine flache Plastikbox, beides mit Deckel und Einschlupflöchern versehen.

Ich züchte alle meine Südamerikanischen Annuellen im Daueransatz, d.h. die Fische bleiben über die gesamte Lebensdauer im Zuchtbecken, wo sie natürlich kräftig gefüttert werden müssen, damit die Weibchen einen Laichansatz bilden können. Man muss natürlich aufpassen, dass die Fische nicht aufeinander losgehen und ggf. die Zusammensetzung der Tiere ändern. Die Wasserqualität muss durch sehr häufige Wasserwechsel aufrecht erhalten werden. Ich wechsele mindestens 1 mal in der Woche 50-70% des Wassers komplett aus.

Laichsubstrat: ich verwende ausschliesslich feines Kokossubstrat, wie es als Bodengrund für Terrarien angeboten wird. Das wird in gepressten, ziegelsteingroßen Blöcken verkauft, die sich bei Wasserkontakt auf 8-9L Volumen ausdehnen. Dieses Substrat ist nicht ganz so sauer wie echter Torf, sollte aber trotzdem vor dem Einsatz ausgekocht und längere Zeit gewässert werden.

Es hat den Vorteil, dass man darin die Eier viel besser findet als in echtem Torf und das Wasser nicht so eklig färbt wie echter Torf. Man findet deshalb später auch die geschlüpften Jungfische viel besser. Ausserdem werden für dieses Substrat nicht die wertvollen Moore durch Torfabbau zerstört. Stattdessen werden allerdings in Südostasien Palmölplantagen aufgebaut und aus den Palmenresten wird das Kokoszeug zusammengeschreddert.

Liest man die Eier irgendwann alle aus dem Torf heraus, kann man danach den Kokostorf sehr gut wiederverwenden. Je älter er ist, desto feiner und chemisch neutraler wird er. Vor dem Wiederverwenden sollte man ihn aber auskochen, denn man findet eigentlich nie alle Eier. Und die, die darin verbleiben, sorgen dann möglicherweise beim nächsten Einsatz für Verwirrung. Gar nicht mal so selten, tauchen unter den Jungfischen plötzlich einzelne sogenannte „Geisterfische“ auf, die so gar nicht zum Rest passen wollen.

Ich hab mich mal sehr über besonders große N. guentheri Jungfische gefreut, die sich dann aber als F. sjoestedti herausstellten, die als Ei im Torf verblieben waren und sogar ein ziemlich heisses Durchspülen des Torfes überstanden hatten.

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Über oldman50

Aquaristik, Besonders Killifische aus Südamerika
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